Ein hochsensibles Alphatier sucht nach tiefer Verbundenheit


Mann, bist du hochsensibel – Teil 5: Ängste, Hoffnungen und das Alphabet der Feinfühligkeit

Tja. Und nun? Nun bin ich 31. Singlebörsen fühle mittlerweile nicht mehr auf den Zahn. Meine Ehe mit dem Online-Dating ist sozusagen geschieden. Wahrscheinlich haben wir nie wirklich zusammen gepasst. Und dann ist es wohl besser, getrennte Wege zu gehen. Nur, wie finde ich jetzt meine Wegbegleiterin?

 

Einerseits habe ich eine gewisse Aufbruchsstimmung, weil ich denke, dass die Zwanziger für einen hochsensiblen Mann so ziemlich die undankbarste Altersgruppe sind, wenn es um das Thema Liebe und Partnerschaft geht, da sich Damen dieses Alters vorzugsweise durch ein locker-lässiges Erscheinungsbild beeindrucken lassen.

 

Andererseits bin ich traurig darüber, dass das Thema Liebe in meinem bisherigen Leben  weitestgehend an mir vorbeigezogen ist, auch, wenn mir bewusst ist, dass insbesondere die Schulhof- und Unipaare mehrheitlich nicht das miteinander hatten, was ich für mich gesucht habe. Aber sie hatten das, was sie für sich gesucht haben.

 

Und ich gebe zu: Ich habe Angst. Angst davor, dass es jetzt, mit Anfang 30, nicht leichter, sondern vielleicht sogar noch schwerer wird, eine Frau zu finden, mit der ich mein Leben teilen kann. Ich hätte mit 20 nicht gedacht, dass ich 10 Jahre später mal diese Zeilen hier schreiben werde. Wer sagt mir also, dass sich was ändert?

 

Ehe ich mich versehe, bin ich 40. Dann 50. Und irgendwann sitze ich dann als verbitterter alter Mann auf der Parkbank und schimpfe lauthals auf die knutschenden jungen Paare vor meiner Nase, weil ich den Anblick nicht ertragen kann. Nein. So will ich nicht enden. Und so werde ich auch nicht enden.

 

Ich gebe zu: Ich habe jetzt ganz bewusst ziemlich theatralisiert. Aus einem guten Grund. Denn eines sollte ein hochsensibler Mann niemals tun: Sich in die Opferrolle begeben. Ich selbst habe das zeitweise getan. Aber liebe hochsensible männliche Leser: Bitte tut das nicht. Denn wir sind keine Opfer.

 

Wir sind hochsensibel. Feinfühlig. Wahrnehmungsbegabt. Oder wie auch immer man es ausdrücken will. Das ist oft anstrengend. Und, wie ich eingangs sagte: Chiller des Monats werden wir damit wohl eher nicht. Aber wollen wir das überhaupt? Also ich will es nicht.

Ich mag mich, wie ich bin. Was ich bin. Wer ich bin.

 

Früher oder später wird eine Frau in mein Leben treten, die genau das zu schätzen weiß. Der ich keinen vom Pferd erzählen muss, um gut anzukommen. Und die es sexy findet, wenn ich ihr den "hochsensiblen Hengst" mache. Im Ernst: Wer sagt denn, dass es nicht auch hochsensible Alphatiere geben kann?

 

Immerhin beherrschen wir das Alphabet der Feinfühligkeit. Das kann nun wirklich nicht jeder Mann von sich behaupten. "Behaupten" ist das Stichwort. Ich habe lange gedacht, ich müsste mich im Vergleich mit nicht-hochsensiblen Männern behaupten. Aber ist es nicht interessanter, außer Konkurrenz zu laufen?

 

Interessant fandet Ihr hoffentlich auch meinen Text. Ich bedanke ich mich fürs Lesen – und stelle fest, dass es mir sehr geholfen hat, sich mal alles von der Seele zu schreiben. In diesem Sinne: Schreibt das Thema Liebe bloß nicht ab. Und vielleicht hilft Euch dabei ja auch schon die "bloße" Erkenntnis, dass Ihr nicht alleine seid.

 

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