Online auf der Suche nach Zweisamkeit – allein es hilft nichts


Mann, bist du hochsensibel – Teil 4: Singlebörse, Online-Dating und die Suche nach der wahren Liebe

Da ich auf der realen Singlebörse Uni offensichtlich nicht besonders hoch im Kurs stand,
wandte ich mich nun, mit Anfang 20, dem virtuellen Kennenlernen zu, in der Hoffnung,
dort endlich "Wertschätzung" zu erfahren. Und, was soll ich sagen: Dies war der Beginn
einer langjährigen Partnerschaft. Zwischen mir und Singlebörsen.

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts von "Hochsensibilität" wusste, und in mein Profil
ja schlecht "Ich bin anders" schreiben konnte, stellte sowohl die Wahl meines Nicknames
als auch die textliche Gestaltung meines Profils eine Herausforderung dar. Andererseits:
Als angehender Studienabbrecher wollte ich auch mal was zu Ende bringen.

Es wurde auch langsam Zeit, dass ich das Thema Partnersuche aktiv in die Hand nahm.
Ich war ja schon fast soweit, dass ich mich auf die Termine bei meiner Zahnärztin freute,
weil es da dann endlich mal oral zur Sache ging. In diesem Sinne galt es, in der Liebe nun
endlich mal einen Zahn zuzulegen.

Dieser Zahn wurde mir leider relativ schnell gezogen. Denn die Wurzel meines Problems
ließ sich auch durch eine Singlebörse nicht lösen: Ich war hochsensibel – also nicht das,
was geschätzte 90 bis 95 % der Damenwelt zwischen 20 und 30 suchte. Wieso sollte das
auf einer Singlebörse anders sein?

"Weil Frauen, die sich auf einer Singlebörse anmelden, nicht an einem "typischen Mann"
interessiert sind," würde die romantische Vorstellung des hochsensiblen Mannes lauten.
Das wäre ungefähr so, als würde man annehmen, Städtereisen machen nur diejenigen,
die ihre eigene Stadt langweilig finden.

Was ich damit sagen will: Frauen, die eine Singlebörse als zusätzliche Option betrachten,
sind deshalb noch lange nicht an einem hochsensiblen Mann interessiert. Andererseits:
Was hatte ich zu verlieren? Letztlich war die Online-Partnersuche ein Heuhaufen mehr –
und eine Stecknadel suchte ich ja zweifelsohne.

Außerdem gab es ja nicht nur eine Singlebörse. Und da ich die Universität mittlerweile
gegen eine Dolmetscherschule getauscht hatte, an der sich die Anzahl der Mitschüler
– somit auch der weiblichen – in Grenzen hielt, gab ich mich weiterhin der Verlockung
grenzenloser Kennenlernmöglichkeiten hin.

Mit der Zeit lernte ich zwar die eine oder andere Frau kennen, hin und wieder kam es
auch zu einem Kaffeetrinken – aber das Gefühl des gleichen "Blickwinkels" wollte sich
mit keiner Dame einstellen. Und One-Night-Stands, Affären oder "Freundschaft plus"
waren für mich einfach keine Option.

Auch, wenn ich die Sprache der Liebe nach wie vor nicht sprach, schloss ich zumindest
die Dolmetscherausbildung erfolgreich ab. Dennoch entschied ich mich anschließend,
eine Texterschule zu besuchen und mich als Werbetexter selbstständig zu machen –
meine Liebe zu Wortspielen war einfach zu stark.

Meine beruflichen "Datingoptionen" beschränkten sich ab Mitte 20 dann aber nur noch
auf meine Männer-Bürogemeinschaft, weshalb ich der Online-Partnersuche weiterhin
die Treue hielt, zumal ich nach wie vor nicht der Inbegriff des Vereinsmenschen war –
und meine Zahnärztin sah ich ja nur alle 6 Monate.

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