Meine Hochsensibilität und die Liebe - eine schwierige Beziehung


Ich bin hochsensibel – Teil 3: Hochsensibilität in der Liebe und der Wunsch nach einer Partnerschaft

Dass mir Alkohol nicht schmeckt, hätte sich bei der studentischen Damenwelt durchaus
als Vorteil erweisen können. Dann hätte ich auf die Frage: "Wenn du nur Fanta trinkst,
kannst Du mich doch nachher nach Hause fahren?" allerdings nicht antworten dürfen:
"Tut mir leid, ich habe keinen Führerschein."

Da ich zwar nie Übergewicht hatte, aber schon damals ein Sportmuffel war, konnte ich
den Damen auch nicht mit einem alkoholfreien Sixpack dienen. Die Tatsache, dass ich
Songs schrieb und Akzente und Dialekte imitieren konnte, sorgte bei der Damenwelt
zwar für ein "Oh? Ja?", führten jedoch nie zu einem "Oh ja".

Aber gut: One Night Stands waren eh nie mein Ding. Danach "stand" mir nie der Sinn.
Irgendwie ist das doch auch widersprüchlich: Einerseits heißt es, wie ich finde, zurecht,
man muss sich im "Bett" erst mal aneinander gewöhnen, aber dann soll der Beischlaf

mit einer fremden Person bombastisch sein?!

Und was mache ich eigentlich mit meinen Geldbeutel, wenn ich bei einer fremden Frau
in der Wohnung bin oder sie mit in meiner? Muss ich den dann vor dem Sex verstecken,
damit sie ihn mir nicht klauen kann? Nicht, dass ich am nächsten morgen aufwache und
auch finanziell ausgesaugt bin. Schlechtes Wortspiel. Ich weiß.

Nein. Ich war schon immer der Typ für etwas Festes. Nur: Wie eine Frau kennenlernen?
Einen Tanzkurs zu machen kam für mich zum Beispiel nicht in Frage. Allein der Gedanke,
etwas vortanzen müssen, und alle Augen sind auf mich gerichtet – dieser "Beobachtung"
wollte ich nicht ausgesetzt sein.

Hatte ich dann doch mal ein Date, bekam ich von Freunden stets den Hinweis, dass es
beim ersten Treffen nicht den supercoolsten Eindruck macht, herausfinden zu wollen,
ob Grundeinstellungen und Wertvorstellungen identisch oder zumindest ähnlich sind.
Mag ja sein. Es hat mich aber nunmal interessiert.

Umgekehrt konnte ich nie nachvollziehen, wie es Paare hinkriegen, erst mal nur verliebt
zu sein, um dann frühestens ein halbes Jahr später festzustellen, dass man grundlegend
überhaupt nicht zusammenpasst. Und dann hieß es: "Das macht langfristig keinen Sinn.
Aber das konnte ich ja am Anfang nicht ahnen."

"Mach dich rar" war auch ein gern gegebener Tipp. Sag das mal einem Mann, der selbst
kleinste Schwingungen im wahrsten Sinne des Wortes an der Satzstellung in einer Sms
ablesen kann. Und warum überhaupt rar machen? Ich glaube, ich habe bis heute nicht
so richtig verstanden, wie Kennenlernen funktioniert.

Und dann diese Austauschbarkeit: Würde ich morgen nach München ziehen, würde ich

dort wahrscheinlich früher oder später eine passende Partnerin finden. Genauso aber,

wenn es mich nach Hamburg oder Berlin verschlagen würde. Und trotzdem würde ich

jeweils sagen: "Das ist sie." Tut mir leid, aber das ist doch irgendwie irre.

Aber es ist auch ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn man zu viel nachdenkt.

Es führt zu einer Art "Sinnlosigkeitssyndrom". Und das ist keinesfalls depressiv gemeint.
Ich war und bin nicht depressiv. Sondern ein lebensfroher Mensch. Der sich das Leben

aber in vielerlei "Beziehung" selber schwer macht.

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